Manfred E. Scharpf

Weihrauchs böser Zyklus

1945 im Allgäu geboren, lernte der Maler in den Kirchen Süddeutschlands das kulturelle Erbe alter Maltechniken kennen, die er bis zum heutigen Tag in zeitgenössischen Themen anwendet und damit bewahrt. Seit 1974 freier Maler, arbeitet er mit vielbeachteten Ausstellungskonzepten in Europa und USA.
Nach Bildern mit provozierend schönen Naturmotiven und Themen aus den verschiedensten Tabubereichen der Gesellschaft setzte er sein Engagement für eine "Conjunctio Europae" in Bildthemen um.

2008 begann er mit dem Zyklus "Weihrauchs böse Bilder", in denen er den Blick für die Herausforderungen unserer Zeit schärft. Goethes Faust und seine Dialektik mit Mephisto bildet die literarische Grundlage für das aktuelle Werk des Künstlers - Faust erliegt und zelebriert am Ende blind und ohne Einsicht sein Scheitern und totalen Ausverkauf der Welt. Scharpf sieht sich selbst als böser Bube, als Mephisto, der sich die Freiheit nimmt, Missstände unserer Welt auf den sprichwörtlichen faustschen Punkt zu bringen.

Vor allem die Initialwerke "Schlüsselerlebnis" und "Ebracher Triptychon", die er in einem gemeinsamen Projekt mit Jugendlichen in der JVA Ebrach, Bayern, nach deren Schilderungen simultan gemalt hat, haben ihn besonders geprägt. Vor allem diese, aber auch die weiteren Werke des Zyklus sind erschütternde Dokumente unserer Gesellschaft und deren Auswüchse wie Gewalt, Drogen, Betrug.
Doch bei aller Problematik, seiner gemalten Satire ist immer auch die Hoffnung eingewebt.